Das Amt für Wald beider Basel (heute Amt für Wald und Wild) stand vor der Herausforderung, ein politisch sensibles und stark polarisiertes Thema neu zu ordnen: die Totalrevision des Jagdgesetzes. Unterschiedliche Anspruchsgruppen von Jagd über Landwirtschaft, Waldwirtschaft sowie Freizeitnutzern und Naturschutz, insbesondere aber den Einwohnergemeinden – verfolgten teils divergierende Interessen. Einerseits muss das Jagdrecht die Artenvielfalt und die Lebensräume der wildlebenden Säugetiere und Vögel erhalten. Gleichzeitig wird mit einer nachhaltigen Nutzung in Rahmen der Jagd der Wildeinfluss in Wald, Feld und Flur auf einem tragbaren Mass gehalten. Nach einem gescheiterten Revisionsversuch wurde ein neuer Lösungsweg gesucht, wo alle Stakeholder auf Augenhöhe einbezogen und gemeinsame Grundlagen für ein neues Wildtier- und Jagdgesetz entwickelt werden konnten.
bcp strukturierte den mehrjährigen Prozess, moderierte die Zusammenkünfte am Runden Tisch und sorgte durch ein systematisches Stakeholdermanagement für Orientierung und Vertrauen. Mit klaren Schritten – vom Leitbild Wild über Betriebsmodelle bis zum Gesetzesentwurf – wurde ein gemeinsames Verständnis geschaffen und kontroverse Positionen in konstruktive Dialoge überführt. Die externe Moderation ermöglichte es den kantonalen Fachverantwortlichen, als inhaltlich gleichberechtigte Stimmen am Runden Tisch mitzuwirken. Der Erfolg am Ende war ein breit akzeptierter Gesetzesentwurf, der im Landrat 2020 nahezu einstimmig verabschiedet wurde und ohne politische Nebengeräusche in Kraft treten konnte.