Sandra, dein Werdegang ist beeindruckend. Du bringst langjährige Führungs- und Beratungserfahrung in Strategie-, Organisations- und Personalentwicklung mit. Welchen Mehrwert hat dein Werdegang für unsere Kund:innen?  

Ich bringe über 30 Jahre Führungserfahrung mit, entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Also vom Einkauf über die Produktion und das Produktmanagement bis hin zum B2B-Verkauf. Durch meine betriebswirtschaftliche Erstausbildung habe ich in verantwortungsvollen Rollen gearbeitet und dabei ein Verständnis für operative wie strategische Zusammenhänge entwickelt. Deshalb kann ich meist schnell anknüpfen. Ich verstehe, wie Organisationen funktionieren und so entsteht auch schneller eine vertrauensvolle Zusammenarbeit. 

Irgendwann habe ich dann den Schwenker von der Linie in die Personal- und Organisationsentwicklung gemacht. Dieser Schritt erweiterte meinen Rucksack um wertvolle Weiterbildungen und Perspektiven. Meine bisherige Erfahrung und das Wissen, was Organisationen, Führungskräfte und Teams benötigen, um Veränderungen erfolgreich zu gestalten, konnte ich da ideal nutzen. Führung ist für mich mehr als die Anwendung von Modellen oder Methoden. Ich setze auf situative Führung und vertraue dabei bewusst auf meine eigene Führungserfahrung.  

Du hast Beratung sowohl aus der internen Perspektive erlebt als auch aus deiner heutigen Rolle als Beraterin. Was hat sich mit deinem Blick auf Beratung durch diesen Rollenwechsel verändert? 

Sowohl die interne wie auch die externe Perspektive hat ihren eigenen Charme (schmunzelt). Als interne Beraterin war ich Teil des Systems und konnte dadurch direkt wirken. Impulse und Massnahmen fanden schnell ihren Weg in den Alltag, was ein grosser Vorteil ist, um Veränderungen voranzutreiben. 
Als externe Beraterin öffnet sich nochmals ein anderer Raum. Ich kann Organisationen helfen, den „Blick über den Tellerrand“ zu erweitern, neue Perspektiven einzubringen und blinde Flecken sichtbar zu machen. So kann ich Inspiration geben, Muster aufbrechen und Lösungen gemeinsam mit Kund:innen umsetzen.  

Welche Haltung ist aus deiner Sicht zentral, damit Beratung nachhaltige Wirkung entfalten kann?  

Ich begegne Menschen und Organisationen mit einer neugierigen und wertfreien Haltung. Dabei höre ich aktiv zu, auch zwischen den Zeilen. Ich mache mir ein erstes Gesamtbild und entwickle Hypothesen darüber, mit welchen Herausforderungen Kund:innen konfrontiert sind. Mein Ziel ist, die Organisation und die Menschen darin zu verstehen. Beratung ist für mich nichts Standardisiertes, das für alle gleich funktioniert. Ich lege Wert darauf, mit Kund:innen gemeinsam Ansätze zu entwickeln, die tatsächlich realisierbar sind und langfristig wirken.  

Beratungsunternehmen gibt es, wie man so schön sagt, wie Sand am Meer. Weshalb hast du dich für bcp entschieden? 

Die Menschen hinter bcp stehen für ganzheitliche Lösungen. In dieser Hinsicht haben wir ein ähnliches Beratungsverständnis: Es geht uns darum, Kund:innen individuell, menschlich und qualitativ hochwertig zu begleiten. Die grosse Veränderungsarbeit beginnt meist erst nach einer strukturellen Veränderung.  

Die Gespräche mit den Partner:innen haben mir menschlich sowie fachlich einen äusserst spannenden Eindruck vermittelt. Austausch und Zusammenarbeit waren für mich schon immer wichtig. Und deshalb freue ich mich sehr, innerhalb der bcp gemeinsam zu denken und Lösungen zu entwickeln. 

Für welche Beratungsthemen brennst du leidenschaftlich und könntest du sofort loslegen? 

Ein Thema, das mich besonders begeistert, ist die generationenübergreifende Zusammenarbeit. Dazu habe ich ein Buch über Reverse Mentoring geschrieben. Es richtet sich an Führungsverantwortliche, die sich mit Fragestellungen auseinandersetzen wie „Wie lösen wir Schubladisierung zwischen Generationen auf?“ oder „Wie befähigen wir jüngere Menschen, früher Verantwortung zu übernehmen?“  

Mit Reverse Mentoring thematisiere ich den Wertewandel und wirke dem demografischen Wandel entgegen. Für mich ist Reverse Mentoring eine pragmatische Methode für einen erfolgreichen Change-Prozess. Ich setze dort an, wo Teams und Menschen in Organisationen neue Aufbauorganisationen leben oder Strategien umsetzen müssen.