Rückblick auf das Seminar

Die finanziellen Herausforderungen von Schweizer Hochschulen sind vielfältig: steigender Wettbewerbsdruck, wachsende Infrastrukturbedarfe und stagnierende öffentliche Beiträge erzeugen ein Spannungsfeld, das strategische und operative Antworten verlangt. Das HSM Fokus Seminar in Luzern – ausgerichtet von HEM und bcp – bot eine hochkarätige Plattform, um diese Fragen gemeinsam zu beleuchten und Best Practices weiterzugeben.

Den Auftakt bildeten die Referate von Barbara Haering und Robert Perich, die eindrücklich zeigten, wie sich die politische Steuerung und die internationale Finanzierungslage im Hochschulsektor entwickeln. In den anschliessenden Break-out-Sessions wurden konkrete Strategien für politisches Lobbying und erfolgreiche Mittelgesuche diskutiert – ein Thema, das angesichts der aktuellen Rahmenbedingungen an Relevanz gewinnt.

Ein besonderes Highlight war das abendliche Kaminfeuergespräch, bei dem Regula Jöhl, Torsten Schwede und Georg von Schnurbein offen über Chancen und Risiken der Drittmittel- und Projektfinanzierung sprachen. Ihre Einblicke verdeutlichten, wie anspruchsvoll der Balanceakt zwischen akademischer Freiheit, finanzieller Realität und institutionellen Prioritäten geworden ist.

Am zweiten Tag stand die interne finanzielle Steuerung von Hochschulen im Zentrum. Christoph Tschumi zeigte auf, wie Planungsprozesse, Mittelallokationen, Reservebewirtschaftung und Indikatoren sinnvoll ineinandergreifen können. Praxis-Cases von Vertreter:innen der ZHAW, PHZH, EPFL und Universität Bern machten sichtbar, wie unterschiedlich Hochschulen diese Herausforderungen angehen – und wie viel voneinander gelernt werden kann.

Zentrale Erkenntnisse

  • Finanzielle Steuerung ist Führungsarbeit: Sie erfordert Vertrauen, strategische Prioritätensetzung und klare Governance – nicht nur technisches Know-how.
  • Politische Einflussnahme gewinnt an Bedeutung: Hochschulen müssen ihre Anliegen sichtbarer und koordinierter positionieren.
  • Interne Steuerungsmodelle brauchen Einfachheit und Konsequenz: Klare Prozesse und nachvollziehbare Allokationsmechanismen stärken Verbindlichkeit.
  • Drittmittel sind Chance und Risiko zugleich: Sie erweitern Handlungsspielräume, verlangen aber professionelle Prozesse und sorgfältige Abwägungen.
  • Institutionelle Lernfähigkeit ist ein Schlüssel: Nur Hochschulen, die ihre Modelle regelmässig reflektieren und weiterentwickeln, bleiben attraktiv und innovativ.

Das Fokus Seminar 2025 hat gezeigt: Die finanzielle Führung von Hochschulen ist ein strategisches Kernthema, das nur im Dialog zwischen Politik, Hochschulleitung und operativen Einheiten nachhaltig weiterentwickelt werden kann. Wir freuen uns darauf, den begonnenen Dialog weiterzuführen und gemeinsam an Lösungen zu arbeiten, die die Zukunftsfähigkeit unserer Hochschulen stärken.

Wir freuen uns darauf, den begonnenen Dialog weiterzuführen und gemeinsam an Lösungen zu arbeiten, die die Zukunfts­fähigkeit unserer Hochschulen stärken.